|
![]() |
|
|
![]() |
|
|
![]() |
|
|
Wie die Preisträger in einem Pressegespräch anlässlich der Preisverleihung erklärten, erreicht die Prävalenz der Adipositas im Kindes- und Jugendalter in allen europäischen Ländern gleichermaßen ein erschreckendes Ausmaß. Bis zu 25% der europäischen Schulkinder werden heutzutage als übergewichtig eingestuft, die Tendenz ist weiter steigend. Die protektive Wirkung körperlicher Aktivität für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen im Erwachsenenalter konnte im Rahmen klinischer Studien überzeugend belegt und die zugrundeliegenden Mechanismen teilweise aufgeklärt werden. Es fehlen jedoch kontrollierte Untersuchungen, ob eine Erhöhung der körperlichen Aktivität bereits bei Schulkindern zu einer Verbesserung der kardialen und vaskulären Funktion und einer Reduktion des atherogenen Risikos führt. Elf Klassen der 6. Jahrgangsstufe von drei Schulen im Leipziger Landkreis und aus Leipzig wurden bisher in die Studie eingeschlossen. Sechs Klassen erhielten für ein ganzes Schuljahr zusätzlichen Sportunterricht (täglich eine Stunde), die anderen 5 Klassen aus den oben genannten Schulen behielten den regulären Sportunterricht (2 Stunden / Woche) bei. Zusätzlich wurden drei Klassen der gleichen Jahrgangsstufe eines Sportgymnasiums ausgewählt und dienten als sogenannte Referenzgruppe.
Zusammenfassend kann man sagen, dass durch eine relativ einfache Methode – nämlich alleinige Steigerung des Schulsportunterrichts auf täglich eine Stunde Schulsport – die körperliche Leistungsfähigkeit der Schulkinder deutlich gesteigert werden kann. Zusätzlich kommt es noch zu einem positiven Effekt auf endotheliale Vorläuferzellen – ein Marker des kardiovaskulären Risikoprofils. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine tägliche Schulsportstunde unbedingt in den Lehrplan eingearbeitet werden sollte.
Der Hamburger Chefarzt des Berufsdermatologischen Zentrums an der BG-Unfallklinik und Professor an der Universität Osnabrück, Professor Dr. Swen Malte John, erhielt den begehrten Hufeland-Preis 2007. Er entwickelte Präventionskonzepte für Menschen mit berufsbedingten Hauterkrankungen und Allergien (z.B. im Friseurgewerbe und im Gesundheitssektor). Das vom Kuratorium Hufeland-Preis prämierte Präventionskonzept des 52-jährigen Mediziners wird als Osnabrücker-Modell bezeichnet. Das Modell sieht unter anderem stationäre und ambulante Therapie- und Beratungsangebote für die betroffenen Patienten vor. Das beinhaltet stationäre Heilverfahren sowie zweitägige interdisziplinäre Schulungs- und Beratungsseminare zu allen Fragen des Hautschutzes. Diese dermatologischen Seminare wurden gemeinsam mit den Berufsgenossenschaften entwickelt. Mittlerweile werden diese Seminare bundesweit und in Abstimmung mit den behandelnden Dermatologen am Heimatort des Patienten angeboten.
Die wegweisende Arbeit des gebürtigen Tübingers John gilt einer Thematik, die zu den häufigsten berufsbedingten Erkrankungen in der Bundesrepublik und darüber hinaus in sämtlichen westlichen Industrieländern zählt. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Hauterkrankungen und Allergien werden allein in Deutschland auf jährlich über 1,5 Milliarden Euro beziffert. Durch die Umsetzung der mit der Osnabrücker Arbeitsgruppe entwickelten Präventionsmaßnahmen konnten die Kosten für berufliche Rehabilitationsmaßnahmen um über 60% gesenkt werden. Von 35,5 Millionen Euro im Jahr 1998 auf 13,3 Millionen Euro im Jahr 2006. In vergleichbarem Umfang ist auch die Häufigkeit berufsbedingter Hauterkrankungen bei den Versicherten zurückgegangen.
Dem Osnabrücker Modell kommt auf dem Gebiet der präventiven Medizin eine große Bedeutung zu. Das wird unter anderem durch die trägerübergreifend von den gesetzlichen Unfall- und Krankenversicherungen initiierte „Präventionskampagne Haut 2007-2008“ unterstrichen. Unter dem Motto „Deine Haut – Die wichtigsten 2 m² Deines Lebens“ wirbt die Kampagne für einen bewussten Umgang mit dem größten Organ des Menschen. Und sie verweist gleichzeitig auf die, dank des Osnabrücker Modells deutlich verbesserten, Möglichkeiten, die es heutzutage in der dermatologischen Prävention gibt.