|
Christoph Wilhelm Hufeland wurde am 12. August 1762 in Langensalza in Thüringen als Sohn eines Arztes geboren. Der Familientradition folgend studierte er zunächst in Jena und anschließend in Göttingen Medizin. In Göttingen zählte u. a. der berühmte Physiker Georg Christoph Lichtenberg zu seinen Lehrern. Kurze Zeit nach der Promotion im Jahre 1783 übernahm Hufeland die Praxis seines erblindeten Vaters in Weimar.
Schon bald besaß der junge Hufeland einen exzellenten Ruf. Seine 1792 veröffentlichte viel beachtete Schrift „Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“ verstärkte dieses Renomée. Das Buch war unter anderem ein Loblied auf die Prävention. In ihm fanden viele makrobiotische, also das Leben verlängernde Ideen und Anregungen Ausdruck. Es wurde in viele Kultursprachen übersetzt – sogar ins Chinesische. Und es erlebte schon zu Hufelands Lebzeiten acht Auflagen. Im August 1793 konnte ihn zudem der sächsische Herzog Karl für sieben Jahre als Professor an der Universität Jena verpflichten. 1800 wurde Hufeland außerdem ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus gründete Christoph Wilhelm Hufeland unter anderem das „Journal der praktischen Arzneikunde und Wundarzneikunst“, von dem bis zu seinem Tode 83 Bände erschienen.
Im Jahr 1801 folgte Hufeland dann einem Ruf nach Berlin, wo er die Aufgaben des Leibarztes der königlichen Familie, des „Dirigierenden Arztes“ der Charité und des Direktors des Collegium medicum chirurgicum übernahm. Dem Privatier Hufeland war in dieser Zeit weniger Glück beschieden. Denn als er 1806 im Zuge der Napoleonischen Kriege die Flucht der königlichen Familie nach Königsberg begleitete, ohne die eigene Frau und seine Kinder in Sicherheit zu bringen, erfolgte die Trennung von seiner Familie. Das war, nach der Erblindung seines rechten Auges im Jahre 1797, bereits der zweite Schicksalsschlag, den Hufeland erlitt. Erst 1815 ging Hufeland eine zweite Ehe mit der Pfarrtochter Helene Troschel ein.
Im Jahre 1810 war Christoph Wilhelm Hufeland an der Gründung der Berliner Universität beteiligt und wurde zum ersten Dekan der Medizinischen Fakultät sowie Professor der speziellen Pathologie und Therapie ernannt. Dieses Dekanat übernahm Hufeland nochmals 1813 und letztmalig 1816. 1830 gründete Hufeland beseelt vom Vorsorgegedanken die „Hufelandsche Stiftung“ für in medizinische oder soziale Not geratene Ärzte, gefolgt von einer zweiten Stiftung für Arztwitwen 1836. Im selben Jahr veröffentlichte er ein Handbuch für Ärzte, das „Enchiridium medicum oder Anleitung zur medizinischen Praxis“. Das komplette, wohl nicht unbeträchtliche Honorar ließ er seinen Stiftungen zukommen. Zu guter Letzt gründete Hufeland die „Medizinisch-chirurgische Gesellschaft“, später bekannt als „Hufelandsche Gesellschaft“, die sich der Schulung und Weiterbildung von Ärzten widmete – ein Thema, das Hufeland zeitlebens am Herzen lag.
Christoph Wilhelm Hufeland, ein medizinischer Pionier des Präventionsgedankens, verstarb im Alter von 74 Jahren am 25. August 1836 in Berlin.
Dank seiner hohen Wertschätzung der Prävention im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit wurde Christoph Wilhelm Hufeland von der Deutsche Ärzteversicherung als Namensgeber des Preises ausgewählt.